Web-Inspektion für den Regenwald: Mello schreibt eine neue deutsche Landing Page

Schau dir das Video an, um Sabines Kommentare zur neuen deutschen Landing Page von Mello zu erfahren. Das Video hat Untertitel, du kannst es also auch ohne Ton anschauen.

Transkript (leicht redigiert)

Begrüßung

[00:00:00.170] 

Hi, ich bin Sabine! Ich leite From Scratch. Und heute habe ich wieder eine Web-Inspektion für euch. Und zwar geht es um die deutsche Landing Page für ein Startup namens Mello

Wer oder was ist Mello?

[00:00:09.990] 

Manche von euch kennen Mello vielleicht unter dem alten Namen SitEinander. SitEinander ist ein deutsches Tech-Startup, das Eltern und Familien zusammenbringen möchte. Ursprünglich gestartet in Berlin, aber mit einem durchaus inklusiven Outlook nicht nur für deutsche „Bratwurst-Berliner und -Berlinerinnen“, sondern für alle. 

[00:00:35.730] 

Das Mello-Rebranding

Und über die Jahre hat sich SitEinander weiterentwickelt. Daher kommt jetzt ein großes Rebrand auf die Marke zu. Alles ändert sich: der Name, die Webseite, die Funktionen der App werden angepasst an die Erfahrungen, die das Team in den letzten paar Jahren gemacht hat. Und wir sind sehr glücklich, dass wir das unterstützen dürfen, durch diese Web-Inspektion.

Dies ist ein Prototyp

[00:00:59.900] 

Kurz zum Vorgehen: Wir gucken uns heute einen Prototypen an, das heißt, die wirkliche Webseite gibt es noch gar nicht. Anna-Lena vom Mello-Team hat mich  darum gebeten, da mal ein Auge drauf zu werfen und zu schauen, wie dieser Prototyp noch besser gemacht werden kann, bevor die Seite umgesetzt wird.

[00:01:17.910] 

Eines der Probleme, die sich dem Team nämlich stellen, ist, dass sie sehr viel auf Englisch arbeiten. Das Team ist multinational, kommt aus allen Ecken der Welt, und auch die Branding-Agentur, die das neue Branding designt hat, ist in erster Linie auf Englisch unterwegs. Das heißt, alle Empfehlungen ins Deutsche umzusetzen, war gar nicht so einfach

Mellos Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen

[00:01:41.750] 

Kurz noch zu den SDGs, die Mello verfolgt. Da gibt es eine ganze Menge zu nennen. Ich glaube, Anna-Lena hat mir vier oder fünf genannt. Für mich herausgestanden haben einerseits „Gute Gesundheit und Wohlergehen“, denn natürlich, Gemeinschaft ist immer gut für die mentale Gesundheit und auch für die körperliche Gesundheit. „Gender Equality“, also Geschlechtergleichberechtigung: Ganz klar, das Team möchte Männer und Frauen ansprechen, alle Geschlechter, auch wahrscheinlich jenseits der klassischen binären Zuschreibungen. Diese Art von Gleichstellung ist natürlich ein ganz wichtiges Ziel. Dann kommen natürlich noch Dinge dazu wie Bildung, denn es geht hier um Kinder und Familien. Und natürlich sind all diese Dinge sehr bildend für Kinder, wenn sie verschiedene Dinge erleben können und unterschiedlichen Erfahrungen ausgesetzt werden. 

Aufbau der Webseite

[00:02:43.980] 

Schauen wir uns doch mal kurz den Prototypen an. Das hier ist der Prototyp, den ich hier vor mir habe, in einem Programm, das ich immer verwende für diese Inspektion. Ich zeige euch jetzt einfach mal, wie das Ganze aufgebaut ist. Der Export aus dem Prototyp-Programm hat leider ein paar Überschriften und Texte nicht mitgenommen. Ihr werdet gleich sehen, dass hier ist eigentlich noch Text ist, und hier ist eigentlich auch noch Text. Hier gibt’s eigentlich eine Überschrift. Aber damit wir einmal die gesamte Länge der Seite sehen können, ist es ganz sinnvoll, dass ich einfach mal so durchscrolle, bevor ich dann kommentiere. Wir sind schon fast am Ende. Ihr seht am Design, hier gibt’s noch so ein paar Sachen, die sind noch nicht hundertprozentig ausgereift. Aber das ist eben Teil des Prozesses. Die Seite ist ja schließlich auch noch nicht live.

Ziel der Web-Inspektion

[00:03:45.660] 

Das Ziel dieser Inspektion ist einerseits darauf zu schauen, wie gut hat das geklappt mit dem Übersetzen der englischsprachig ausgedrückten Ideen ins Deutsche? Wie natürlich klingt das, und ist der Ton, die Stimme der Marke, immer noch spielerisch und freundlich und locker drauf, so wie es auch im Englischen sein soll? Und auf der anderen Seite aber auch die Frage: Was kann das Team noch besser machen bei dieser Seite, um die Conversion zu erhöhen?

Was ist Conversion?

Conversion, falls ihr den Begriff nicht kennt, das ist einfach die Konvertierung, die Umwandlung von Besucherinnen und Besuchern in, sagen wir, entweder Leute, die sich angemeldet haben für etwas oder Kundinnen und Kunden. Das heißt, wenn ich jetzt hier auf „Download the app“ klicken würde und ich würde diesen ganzen Prozess durchziehen bis zum Schluss, dann wäre ich zu einer Kundin, einer Nutzerin von Mello, konvertiert. So sagt man auf Deutsch. Auf Englisch: Conversion / converted. Und man kann das verschieden messen.

Wie wird Conversion gemessen?

Oft, was wir messen, wenn wir uns Texte auf einer Webseite anschauen, ist einfach nur: Wie viele Leute haben den Button geklickt oder das Formular ausgefüllt? Denn wenn wir uns nicht den gesamten Prozess anschauen und darauf Einfluss nehmen können, was User-Experience, Text und auch die Prozesse der Firma angeht, dann kann es immer sein, dass Leute auf diesem Weg verloren gehen. Und die Webseite selber kam dafür ja nix. Das heißt, wenn wir das könnten, würden wir messen: Wie viele Leute haben bisher diese Buttons gedrückt? Dann machen wir ein paar Veränderungen, und dann schauen wir wieder: Okay, wie viel Prozent der Besucherinnen und Besucher haben jetzt die Buttons gedrückt, und was können wir daraus lernen?

Der Unterschied zwischen Homepages bzw. Startseiten und Landing Pages

[00:05:27.930] 

So, dann schauen wir doch mal aufs Detail. Grundsätzlich muss ich sagen, wenn es um Conversion geht: Das hier ist zwar eine Landing Page, aber eigentlich ist es eine Homepage bzw. Startseite — und Homepages sind eigentlich keine Landing Pages. Eine Startseite zu bauen, sowohl was den Text angeht, als auch das Design, ist immer die schwierigste Aufgabe. Es gibt kein schwierigeres Stück Land im Internet als die Startseite.

Warum sind Home Pages bzw. Startseiten so schwierig zu texten?

Ihr müsst euch einfach vorstellen, da kommt jede und jeder hin, egal, ob die von euch schon mal gehört haben, egal, ob die vorher auf einen Blogpost gedrückt haben, wo ihr drin erwähnt wart, egal, ob die möglicherweise über Google-Ads zu euch kommen, je nachdem, wie ihr die ausgerichtet habt. Wenn ihr eure Homepage als Startpunkt für alles nutzt, bedeutet das, dass ihr überhaupt nicht gezielt vorgehen und sagen könnt: Wir wissen genau, die Person, die auf diese Seite kommt, hat vorher XYZ gesehen, ist wahrscheinlich so alt, hat wahrscheinlich diese Wünsche oder diese Probleme oder kennt uns schon so und so gut. All diese Sachen wisst ihr nicht bei einer Homepage oder einer Startseite, wie wir oft auf Deutsch sagen. Und deswegen ist das so unglaublich schwierig, diese Seiten Conversion-mäßig auf die Höhe zu bringen und zu optimieren. Trotzdem kann ich ein paar Sachen sagen, denn bei Startups ist es oft so: Da gibt es wenig Geschichte, erst recht bei einem Rebranding werdet ihr relativ wenig Gepäck mitnehmen in die Zukunft. 

[00:06:57.720] 

Und dann kann man die Homepage oft so gestalten wie eine Landing Page. Aber man darf sich dann nicht daran festhalten, was normalerweise eine Homepage tun würde, sondern man muss wirklich denken wie bei einer Landing Page. Landing Pages sind immer ganz gezielt unterwegs, richten sich an eine Persona, haben ein Ziel, eine Idee, für die sie stehen, und ein Versprechen.

[00:07:21.430] 

Und wenn wir uns das jetzt anschauen: Die Seite hier hat schon eine ganze Menge unterschiedlicher Elemente. Darauf kommen wir gleich noch mal zurück. Ich würde aber sagen, da Anna-Lena gesagt hat in ihrem Briefing Formular, dass es ihr in erster Linie um Conversion geht, also um Anmeldungen für die App, schauen wir doch mal, dass das unser Ziel ist. Und wie können wir jetzt auf dieser Seite dieses Ziel noch besser verfolgen? 

Inspektion der Hero Section

[00:07:47.080] 

Gut, dann gehen wir doch mal auf die Hero Section, also das, was wir „above the fold“ sehen können, ohne zu scrollen. Das ist das hier. Ich habe davon einen Screenshot gemacht, damit alle kleinen Überschriften und Unterschriften mit dabei sind. Und ihr seht schon hier solche Bubbles mit Zahlen drin. Das ist alles Teil dieses Programms, was ich nutze, um die Webseite zu annotieren. Hier unter meinem Kopf seht ihr 27 Kommentare, da kann  Anna-Lena später draufklicken, und dann sieht sie alle Kommentare, die ich hinterlassen habe. Ich mach’s jetzt aber weg, damit es übersichtlicher ist. Und man kann sich hier so durchklicken.

Eine deutsche Landing Page sollte so gründlich wie möglich ins Deutsche übersetzt sein

Z. B. bei der Nummer 11, wenn man da drauf klickt, dann sieht man hier diesen Kommentar, wo ich gesagt habe: „Auf der deutschsprachigen Version der Seite wäre es gut, alle Texte auf Deutsch zu präsentieren, also auch diesen Button.“ Warum? Weil — bei aller Internationalität gibt es immer Menschen, die sich vielleicht mit dem Englischen nicht so wohlfühlen. Man muss auch bedenken, dass Englisch vielleicht in bestimmten Teilen der Welt nicht so viel gelernt wird wie andere Sprachen, oder dass es vielleicht auch Familien gibt, die ein bisschen älter sind als eure Hauptzielgruppe oder vielleicht sogar Großeltern Lust haben, Mello zu verwenden. Natürlich sind die an den Rändern, es ist vielleicht nicht eure Hauptpersona. Aber wenn ihr Reibungspunkte vermeiden könnt, die diese Leute ausschließen würden, ist das immer eine gute Idee.

Und dazu gehört eben auch, die ganzen kleinen Sachen auf der deutschen Landing Page so weit zu übersetzen in die Zielsprache wie möglich. Ich bin mir sicher, dass dieser Button einfach nur ein Überbleibsel war, was noch übersehen wurde. Ähnlich wie zum Beispiel diese Screenshots auch. Man hat oft, wenn man Prototypen baut, erst einmal nur einen Screenshot, den man überall verwendet. Dieser kommt halt jetzt überall vor. Da gibt’s wahrscheinlich einfach noch keine anderen Versionen auf Deutsch und so weiter. Aber mit der Zeit, bevor die Seite live geht, wird es die bestimmt geben. Und dann würde ich für eine deutsche Landing Page auch empfehlen, das User-Interface auf Deutsch zu zeigen, damit sich deutschsprachige Nutzerinnen und Nutzer gleich angesprochen fühlen. 

Menüs und „folgende“ Buttons

[00:09:48.750] 

So! Von oben nach unten. Wir haben schon diesen Button besprochen. Die Hero Section hier mit der großen Überschrift und der Unter-Überschrift finde ich extrem gut gelungen. Ich denke, es wird sofort klar, worum es bei der App geht. Es wird sehr gut beschrieben, was die App versprechen möchte, und ich finde auch diese beiden Buttons und diesen Button sehr gut platziert. Ich nehme an, dass später im Design das so sein wird, dass dieser Button folgt, wenn ich runterscrolle. Das heißt, der bleibt dann immer da, sodass ich immer, wenn ich das Bedürfnis verspüre, die App herunterzuladen, darauf klicken kann und nicht bis zum Schluss runterscrollen muss.

Es gibt kein anderes Menü hier ganz oben. Das ist mit Sicherheit für eine Landing Page eine sehr gute Design-Entscheidung. Denn so habt ihr weniger Punkte, die die Besucherinnen und Besucher ablenken von dem Ziel, die App kennenzulernen und die Entscheidung zu treffen: Ist die was für mich? Und dann, wenn ich mich entschieden habe, die ist was für mich, die App auch runterzuladen. 

Wo zeigt man am besten seine Förderer auf der Webseite?

[00:10:50.930] 

Hier haben wir so einen Bereich, da gibt es eine ganze Menge Förderer und Förderinnen wie die Europäische Union, Tech Stars, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Interessante Logos, die mit Sicherheit sehr viel Vertrauen schenken. Meine Frage wäre allerdings: Ist das wirklich das beste Placement? Ihr müsst euch quasi überlegen, welche Gedanken sich Leute machen, wenn sie sich für so eine App entscheiden oder nicht. Und dann ist die Frage schon, ob man zuerst wissen will, welche höheren Stellen dieses Startup fördern oder ob man sich nicht vielleicht eher zuerst informieren möchte, was diese App eigentlich im Detail macht.

Ich würde tippen, dass es den meisten Leuten erst mal darum geht, euch besser kennenzulernen, und dass diese Unterstützerinnen und Unterstützer erst dann wirklich relevant werden, wenn es um die letzte Hürde geht: Vertraue ich diesem Startup oder dieser App genug, um da meine persönlichen Daten herzugeben, mich anzumelden, meine Zeit zu investieren? An der Stelle ist das in der Regel am besten aufgehoben, das heißt weiter unten auf der Seite.

Platzierung des Blogs auf der Webseite

[00:12:01.330] 

Dann haben wir einen Bereich: Was gibt’s Neues bei Mello? Hier würde ich auch sagen: Der kommt zu weit oben. Ich würde den sehr weit nach unten schieben. Eigentlich dahin, wo ihr auch eure Instagram-Fotos zeigt, denn diese News sind ja eher was für Leute, die euch schon kennen. Ich suche ja keine Neuigkeiten über etwas, was mir selber noch neu ist, sondern Neuigkeiten sind erst dann wirklich interessant, wenn alles schon bekannt ist. Und jetzt wäre ich aber gelangweilt, wenn sich da nichts tun würde. Dementsprechend würde ich das nach unten schieben oder vielleicht ganz von der Landing Page runterlassen, es sei denn, ihr schafft es, jeden dieser Posts in ein Verkaufsargument umzuwandeln. Und das ist durchaus möglich.

Auch Blog Posts haben die Aufgabe, zu verkaufen

Ich habe bei diesen Texten hier angemerkt, dass die sehr stark aus eurer Perspektive als Mello geschrieben sind und eigentlich nicht so sehr die Perspektive eurer Nutzerinnen und Nutzer einnehmen. Es geht also nicht so sehr darum: Was ist für mich hier der Bonus, der Benefit? Was kann ich gewinnen als Nutzerin? Sondern es geht eher darum: Oh, ihr seid stolz auf euer Rebranding. Schön für euch! Aber was hab ich eigentlich davon? Oder „neues App-Update“. Cool! Ihr habt ein neues Update. Aber was habe ich davon?

Das sollte eigentlich sofort sichtbar sein aus der Überschrift und auch aus dem Text. Und dann, wenn ihr dann in dem eigentlichen Artikel auch darüber schreibt, wie ihr euch damit fühlt, ist das total okay. Aber in erster Linie interessiert es erst mal keinen. Das klingt ein bisschen brutal, aber die meisten Leserinnen und Leser interessieren sich dafür, was ihr ihnen zu bieten habt, und nicht so sehr, wie toll ihr euch selber findet. Natürlich sollt ihr selbstbewusst sein. Aber das meiste Selbstbewusstsein kommt immer dann rüber, wenn man sich nicht so selber in den Vordergrund stellt, sondern eben seine Nutzerinnen und Nutzer. Und man könnte denken, bei den 20 Nutzerbefragungen in zwei Wochen habt ihr das getan. Aber halt auch nur auf den ersten Blick. Denn in erster Linie sagt ihr jetzt erst mal, was ihr da getan habt.

Textbeispiele, die die Perspektive umkehren

Ich habe euch einen Text dazu geschrieben, der vielleicht ein bisschen mehr die Nutzerinnen und Nutzer in den Vordergrund stellt, nämlich: „Bei Mello stehen eure Wünsche und Probleme im Vordergrund.“ Das ist eine längere Überschrift. Ich weiß nicht, ob die ins Design passt. Als Texterin hab ich natürlich immer so ein bisschen ein Problem damit, wenn das Design so stark die textlichen Möglichkeiten beeinflusst. Aber es geht hier auch mehr um die Richtung, die ich vorschlagen würde, und weniger um die genaue Formulierung.

Wenn ihr sagt, „eure Wünsche und Probleme stehen im Vordergrund“, dann ist für mich als Leserin klar: Okay, hier geht es um mich, hier gehts nicht darum, dass jemand sich selbst darstellen will.“ Und dann könnt ihr immer noch sagen, dass diese 20 Nutzungsbefragungen stattgefunden haben. Die sind dann wie so eine Art Beleg dafür, dass tatsächlich die Nutzer und Nutzerinnen im Vordergrund stehen. Und damit dreht ihr einfach die Perspektive etwas um. Das nur zur Verdeutlichung.

Auch Blog-Buttons sind Verkaufs-CTAs

[00:15:07.160] 

Dann mache ich meine Kommentare wieder weg und wir gehen weiter runter auf den nächsten Block der Webseite. Hier haben wir jetzt noch die Buttons vom Blog. Da sieht man natürlich, das Design ist noch nicht so ganz fertig. Grundsätzlich würde ich hier vorschlagen, für jeden Button einen anderen Text zu nehmen.

Das ist nicht nur gut für Leute, die einen Screenreader benutzen und dann alle Links so ineinander verwischen, wo sie nicht mehr wissen, welcher Link führt jetzt eigentlich zu welchem Artikel? Sondern es ist auch gut, weil ihr damit übt, eure Blogartikel zu verkaufen. Letztendlich, jedes bisschen Text auf so einer Seite verkauft irgendetwas. Und wenn es nur ist, den Klick, dass man sich den Blogartikel durchliest. Und da ist natürlich „mehr erfahren“ eine Möglichkeit, aber das gibt mir jetzt noch nicht so wirklich den Kick, den ich vielleicht brauche, um zu denken: „Wow, das bringt mir jetzt wirklich etwas, wenn ich mir das durchlese.“ Da könntet ihr also noch ein bisschen mehr Arbeit reinstecken. Damit aber genug zum Thema Blog.

Achtung bei Ja-/Nein-Fragen

[00:16:06.690] 

Gehen wir weiter runter zu diesen Fragen. Diese Fragen sind schön gestaltet, aber mir ist noch nicht so ganz klar, wofür die eigentlich sind. Sind es klickbare Buttons? Oder sind das einfach nur Denkimpulse?

Wenn Denkimpulse: Achtung bei Fragen, die man mit Ja oder Nein beantworten kann. Wenn da jemand Nein antwortet innerlich, dann habt ihr die Person wahrscheinlich schon verloren. Es ist immer was, wo ihr das Risiko abschätzen müsst: Wie viel Prozent eurer idealen Nutzerinnen und Nutzer würden tatsächlich dazu Ja sagen? Und manchmal ist es die Formulierung der Frage oder einfach die Zuspitzung, wo Leute nicht mehr mitgehen wollen. Und dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, das softer zu gestalten, indem man zum Beispiel sagt: „Viele Familien würden gerne…“ oder indem man das jemandem in den Mund legt. Entweder jemandem, der es tatsächlich gesagt hat bei euren Nutzerbefragungen oder es kann auch einfach eine Sprechblase sein ohne Person, sodass es so wirkt, als ob jemand individuell das sagt. Und dann kann man immer noch sagen: Ja, der Person stimme ich zu oder der Person stimme ich nicht zu, aber es ist nicht so ein Make-Or-Break-Moment. 

Diversität auf Fotos

[00:17:19.170] 

Ja, dann haben wir diesen Abschnitt hier, den finde ich super gelungen. Der sollte viel weiter oben sein, um zu erklären, was die App eigentlich macht und auch um Beispiel-Eltern zu zeigen. Also, wen kann ich denn da überhaupt treffen? Egal, ob das Stock Photos sind oder echte Nutzerinnen und Nutzer. Es zeigt, welche Arten von Menschen ihr gerne zu euren Nutzern zählen möchtet, und das ist unheimlich wichtig. Mir gefällt, wie viel Diversität ihr generell in euren Fotos habt, das finde ich ganz toll gemacht.

So findest du heraus, ob eine Formulierung für eine deutsche Landing Page geeignet ist

Kleine Sachen zu Formulierungen. Hier habt ihr geschrieben, „eine Familie klickt mit dir“. Da dachte ich mir so, das klingt irgendwie ein bisschen komisch. Und was ich dann immer mache ist, ich Google das einfach mal in Anführungszeichen, um herauszufinden, wie viele Suchergebnisse ich dazu finde. Denn manchmal denke ich mir: Okay, ich geh jetzt auf die 40 zu, vielleicht bin ich einfach ein bisschen veraltet in meiner Ausdrucksweise.

„Es klickt mit mir“ — dafür habe ich zehn Suchergebnisse gefunden. „Es klickt mit dir“ vier Suchergebnisse. Das ist mir eigentlich zu wenig, um so eine Formulierung auf einer Webseite zu bringen, die Conversion-orientiert ist. Da habe ich also ein paar Alternativen vorgeschlagen, wie zum Beispiel: „Ihr versteht euch auf Anhieb“ oder „Ihr seid euch sympathisch“, solche Sachen. Da könnt ihr mal schauen, was ihr da findet, was am besten passt.

Hier bei „It takes a village“ hab ich auch noch mal geschaut. Es gibt natürlich die Möglichkeit, das auf Deutsch zu sagen. „Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen.“ Möglicherweise ist dieser Spruch auf Englisch ein bisschen bekannter. Aber wie ihr hier aus meinem Kommentar seht, es gibt ihn auch auf Deutsch. Es gibt zum Beispiel einen taz-Artikel, der das als Überschrift nutzt. Und wenn die taz das als Überschrift nutzt oder als Schlagzeile, kann man eigentlich davon ausgehen, dass das auf Deutsch ganz gut bekannt ist. Also würde ich vielleicht auch übersetzen, damit sich mehr Leute angesprochen fühlen.

Diesen Satz fand ich ein bisschen, den könnte man noch ein bisschen polieren: „Wir helfen euch, das Dorf, was es braucht, zu finden“. Mindestens mal: „das Dorf, das es braucht, zu finden.“ Das klingt einfach ein bisschen polierter. Aber geht eben auch mit einer anderen Formulierung, wo ich gesagt habe: „Wir helfen euch, euer Dorf zu finden.“  Letztlich noch diese Überschrift. Die fand ich ein bisschen wenig aussagekräftig. „Gemeinsam sind wir stärker“ oder sowas in der Art wäre vielleicht ein bisschen fulminanter. Und dann habe ich auch noch auf so Kleinigkeiten geachtet wie Bindestriche versus Gedankenstriche, Abstände, Leerzeichen und solche Dinge, und hab das eben auch vermerkt. 

Deutsche Überschriften müssen oft ein bisschen länger sein

[00:20:03.080] 

Vorletzter Abschnitt. Hier ist noch eine Überschrift, die noch nicht übersetzt worden ist. Dazu habe ich euch Beispiele angegeben, wie zum Beispiel „Lernt die Mello App kennen“ oder „So funktioniert die Mello App“. Und dann dieser Bereich schien mir auch nicht so hundertprozentig zu funktionieren auf Deutsch. Das hat auch damit zu tun, dass wir auf Deutsch ein bisschen anders denken als auf Englisch. Da habe ich euch Beispiele gegeben, die aber ein bisschen mehr Platz brauchen. Dann müsst ihr schauen, wie das in euer Design passt. Zum Beispiel: „Dein Profil“, „Finde Familien“, „Kennenlernen“. Da ist es ein bisschen weniger. „Zack, zack“. Aber deutlicher, was eigentlich damit gemeint ist. 

[00:20:41.630] 

Dann haben wir wieder hier zum Schluss einen Call to Action. Der ist super gelungen. Finde ich echt klasse. 

Karussells verstecken positive Bewertungen

[00:20:47.890] 

Und zum Schluss haben wir hier noch Testimonials. Die solltet ihr nicht so sehr verstecken. Diese Karussells, die verstecken ja immer die meisten Testimonials, die ihr habt. Das solltet ihr auf jeden Fall nicht machen, denn ihr braucht das quasi als Backup für eure Claims. Und dann würde sich auch noch lohnen, zu jedem Testimonial einen Namen und ein Bild hinzuzufügen. Es haben Tests ergeben, dass man dadurch bis zu 40 Prozent das Vertrauen der Leserinnen und Leser steigern kann, wenn sie sowas lesen. 

[00:21:18.590] 

Frequently Asked Questions kann man auch übersetzen in „Häufig gestellte Fragen“. „Mehr FAQs gibt es hier“, kann man auch übersetzen.

[00:21:28.710] 

Und zum Schluss haben wir noch diesen Teil hier mit dem Instagram-Account. Dazu kann ich eigentlich gar nichts vorschlagen, um es zu verbessern. Ich finde, es ist super gelungen!

Bucht eure eigene Web-Inspektion für den Regenwald

[00:21:38.770] 

Anna-Lena, ich hoffe dir und dem Mello-Team hilft das, was ich hier zusammengetragen habe, und auch allen, die das sich angeschaut haben. 

[00:21:47.640] 

Ihr könnt eure eigene Inspektion für den Regenwald buchen auf unserer Webseite from-scratch.net unter dem Link „Geschenke“ und wir würden uns freuen, eure Bewerbung zu bekommen. Bis dann. Tschüs!

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